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Dioxin in Lebensmitteln
Aus dem Landtag eine Zusammenfassung über die Dioxingefahr in Schleswig-Holstein
Diskussion über Dioxin in Futtermitteln
Bündnis 90/Die Grünen sprechen von einer „systematischen Entsorgung von Giftmüll über Futtermittel in die Lebensmittelkette.“
In den Sitzungen des Agrarausschusses fanden selbst Oppositionsvertreter anerkennende Worte für das Krisenmanagement des Landwirtschaftsministeriums in der jüngsten Dioxin-Problematik. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte erst am 26. Januar seine Analyse vorgelegt, dass für die Verbraucher kein Anlass zur Sorge bestand. ( http://www.bfr.bund.de/cd/54017).
Vor diesem Hintergrund hätte die heutige Landtagsdebatte sich vor allem um die notwendigen Schlussfolgerungen kümmern können. Durch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen kam dann allerdings ein völlig neuer Zungenschlag in die Diskussion. So sprach der Grüne Abgeordnete Bernd Voß von einer „systematischen Entsorgung von Giftmüll über Futtermittel in die Lebensmittelkette.“ Und in einem Antrag formulierten die Grünen:
„Das immer größer werdende Ausmaß der Belastung und die monatelang unbemerkte Vergiftung von Verbraucherinnen und Verbrauchern mit Produkten aus der Massentierhaltung zeigen, dass die Agrarindustrie ihre selbst produzierten Risiken nicht in den Griff bekommt.“
Die Redner der CDU-Fraktion warnten vor diesem Hintergrund vor einer weiteren Skandalisierung. Agrarexperte Heiner Rickers betonte, mit dem Aktionsplan der Bundesregierung würden die notwendigen Maßnahmen getroffen. Die CDU werde den Versuch der Grünen, unsere heimische Landwirtschaft wieder einmal pauschal in Misskredit zu bringen, nicht durchgehen lassen. Auch CDU-Umweltexperte Dr. Michael von Abercron sprach von einer „unerträglichen Skandalisierung“ durch die Grünen.
Auch CDU-Fraktionschef Dr. Christian von Boetticher und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen schalteten sich in die Debatte ein: Angesichts der Tatsache, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein ausnahmslos kleine und mittelständische Betriebe sind, forderte von Boetticher die Grüne Rednerin Marlies Fritzen auf, ihm auch nur einen Betrieb in Schleswig-Holstein zu nennen, welcher der „Agrarindustrie“ zuzurechnen sei. Fritzen wich der Antwort aus und stellte lediglich fest, dass wohl unterschiedliche Ansichten darüber bestünden, was „Agrarindustrie“ sei.
Peter Harry Carstensen warnte davor, von „nur guter Öko- und nur schlechter konventioneller Landwirtschaft zu reden“. Alle Betriebe in Schleswig-Holstein lieferten hochwertige Lebensmittel.
Den Antrag der Grünen finden Sie unter:
http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl17/drucks/1100/drucksache-17-1157.pdf
Den Antrag von CDU und FDP finden Sie unter:
http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl17/drucks/1100/drucksache-17-1163.pdf