CDA Stormarn - Pressemitteilung

25.01.2026

CDA: Teilzeit ist kein Lifestyle!

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreisverband Stormarn kritisiert den Antrag der Mittelstandsunion zum kommenden Bundesparteitag der CDU, mit dem das Recht auf Teilzeit erheblich eingeschränkt werden soll.

„Der Antrag arbeitet mit Unterstellungen und darf am Ende nicht die Falschen treffen: Beschäftigte in belastenden Lebenslagen, Familien und Menschen in Niedriglohnbereichen“, erklärt der Kreisvorsitzende der CDA, Jürgen Lamp. „Wer Teilzeit pauschal als ‚Lifestyle‘ etikettiert, verkennt die Arbeitswirklichkeit und spaltet Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

Teilzeit entstehe in der Praxis oft nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Mangel an Betreuungsplätzen, Pflegeverantwortung, gesundheitlichen Einschränkungen oder weil Arbeitgeber Vollzeitstellen nicht anbieten. Der MIT-Antrag blendet diese strukturellen Ursachen aus, obwohl er gleichzeitig Fachkräftemangel beklagt. „Freiwillige Teilzeit mag anders bewertet werden, sollte aber nicht pauschal kritisiert werden“, so Lamp weiter.

„Wenn wir mehr Arbeitsstunden mobilisieren wollen, dann brauchen wir bessere Rahmenbedingungen: verlässliche Kinderbetreuung, Pflegeinfrastruktur, Weiterbildungsangebote und Arbeitszeitmodelle, die tatsächlich zu Vollzeit befähigen und nicht eine Misstrauenskultur schaffen“, so Maik Neubacher, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDA.

Besonders kritisch sieht die CDA Stormarn, dass „nicht besonders begründete“ Teilzeit zwar weiterhin möglich sein soll, aber ohne gesetzlichen Rückkehranspruch in Vollzeit. Das würde viele Beschäftigte in eine dauerhafte Teilzeitfalle drängen und dies mit langfristigen Folgen für Einkommen, Karrierechancen und spätere Renten. Gerade Frauen wären überproportional betroffen.

Noch problematischer ist der Vorschlag, Grundsicherung, Kinderzuschlag oder Wohngeld grundsätzlich an Vollzeit zu binden und Teilzeit plus Aufstockung nur ausnahmsweise zuzulassen. Damit werden Menschen bestraft, die trotz Arbeit nicht genug verdienen: ein Lohn- problem würde zu einem Moralproblem umgedeutet.

„Wer aufstocken muss, tut das in aller Regel nicht, weil er zu wenig arbeiten will, sondern weil er zu wenig verdient oder weil Vollzeit nicht realistisch möglich ist. Aufstocker pauschal als ‚Work-Life-Balance auf Kosten der Solidargemeinschaft‘ zu diskreditieren, ist unchristlich, unsozial und politisch verantwortungslos“, so Jürgen Lamp abschließend.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ist der Sozialflügel der CDU. Ihre Mitglieder engagieren sich vor allem in Feldern der Sozialpolitik wie Arbeitsmarkt, Rente, Pflege und Gesundheit. Weitere Infos stehen im Internet auf www.cda-bund.de.